Die sechs Todsünden des E-Mail-Marketings

Während Jahrhunderten waren die sieben Todsünden aus dem Katechismus der Katholischen Kirche das Mass der schlimmsten menschlichen Verfehlungen gegenüber Gesellschaft, Moral und Werten. Wenn auch nicht mehr im ursprünglichen „kirchlich-strengen“ Sinn, so hat die Beschreibung der Sieben Todsünden doch auch im 21. Jahrhundert noch seinen Sinn.


Wir haben versucht, diese alten Werte auf die Praxis des E-Mail-Marketings zu beziehen – und entsprechende „Best Practices“ zu formulieren. Daraus sind die „Sechs Todsünden des E-Mail-Marketings“ entstanden (die siebte, Luxuria = Wollust, erschien uns in diesem Zusammenhang eher irrelevant…). Entscheiden Sie selber, ob Sie gesündigt haben – und ob Sie in Zukunft den „sündenfreien Weg“ wählen möchten!

Superbia: Hochmut (Übermut, Eitelkeit, Ruhmsucht)

Hochmut ist der übertriebene Glaube an die eigenen Fähigkeiten. Hochmut hindert uns daran, uns kritisch zu hinterfragen, Verbesserungspotential zu erkennen und es zu nutzen. Wer es aus Hochmut unterlässt, das eigene E-Mail-Marketing-Programm immer wieder auf Schwachstellen zu überprüfen und offen zu sein für Leser-Feedback, vergibt sich die Chance, laufend besser zu werden.

Du sollst deshalb nicht unkritisch sein gegenüber deinen eigenen Ideen, sondern immerzu demütig und wissbegierig beobachten, was sich wie optimieren lässt.

Invidia: Neid (Missgunst, Eifersucht)

Neid ist der Wunsch nach Status, Fähigkeiten oder Habseligkeiten anderer. Gerade im E-Mail-Marketing ist (falscher) Neid weit verbreitet – und gefährlich. Denn Neid verleitet dazu, die eigenen Ergebnisse mit denen anderer zu vergleichen. Weshalb das gefährlich ist? Erstens: Traue nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Zweitens: Es gibt keinen „gültigen Benchmark“ im Bereich E-Mail-Marketing. Zudem ist ein Vergleich meist schon gar nicht möglich, weil Performance-Zahlen immer stark von Branche, Art des Angebots und Leserstruktur abhängen. Deshalb sollte allein das eigene Ziel der Benchmark sein, die Beziehung zu den eigenen Abonnenten das Mass aller Dinge. 

Du sollst deshalb nicht nach den Performance-Zahlen deines Bruders gieren, sondern dich auf deine eigenen Zahlen konzentrieren und diese laufend verbessern.

Gula: Masslosigkeit (Gefrässigkeit, Unmässigkeit, Selbstsucht)

Masslosigkeit ist der dringende Wunsch, mehr zu konsumieren als wir benötigen; oder, im Fall des E-Mail-Marketers: Mehr zu versenden als nötig. E-Mail-Marketing macht heute ungefähr drei bis vier Prozent des Marketingkuchens aus; und doch quellen unsere E-Mail-Inboxen täglich über von irrelevanten „Marketing-Mails“, die den Wert der eigenen Marke schädigen. Die alte Weisheit „weniger ist mehr“ zeigt in diesem Zusammenhang einmal mehr ihren wahren Kern.

Du sollst deshalb das Interesse deiner Abonnenten niemals aus den Augen verlieren, sondern dieses als Ganzes betrachten und dir immer zuerst überlegen: Braucht und schätzt mein Abonnent diese Nachricht?

Ira: Zorn (Wut, Vergeltung, Rachsucht)

Dem Zorn verfällt, wer dazu neigt, sich auf Negatives zu konzentrieren – und Positives zu übersehen; „das Glas ist halb leer – nicht halb voll“. Übertragen auf unser E-Mail-Marketing-Programm: „Diese Kampagne erreicht die geplanten Performance-Ziele nicht! Dieser Link wurde nur soundso oft geklickt! Der Aufbau der Abonnentenliste dauert viel zu lang! Wir haben viel zu wenige Abonnenten!“ und so weiter…
Qualität vor Quantität; nirgends ist diese Regel wichtiger und wahrer als im Bereich E-Mail-Marketing. Nachhaltiges E-Mail-Marketing erfordert Geduld und Ausdauer – und die Fähigkeit, positive Trends zu entdecken und sie zu verstärken. Also: „Dieser Link wurde sehr oft geklickt! Die Leser interessieren sich dafür! Diesen Monat haben wir 20 Prozent mehr Abonnenten gefunden als letzten Monat! Was haben wir besser gemacht? Wie können wir dies fortführen?“

Du sollst deshalb nicht (nur) das Negative sehen – sondern dich vielmehr auf das Positive konzentrieren, dieses fördern und verstärken!

Avaritia: Geiz (Habgier, Habsucht)

Gier ist der Wunsch nach (immer mehr) materiellem Reichtum. Nun – dieser Absatz betrifft vor allem jene Leser dieses Artikels, die bereits hervorragende Erfolge mit E-Mail-Marketing feiern durften. Wir gratulieren! Aber: Werden Sie nicht gierig! Mehr E-Mails heisst nicht zwingend mehr Erfolg! Versuchen Sie, Ihre Erfolge zu halten – aber lassen Sie es damit gut sein! Denn wird der Konsument mit immer mehr E-Mails „eingedeckt“, reagiert er früher oder später zwangsläufig mit Desinteresse. Ein Eigentor!

Du sollst deshalb bescheiden bleiben und nicht gierig werden nach immer mehr; denn kurzfristige Erfolge bedeuten nicht selten langfristige Misserfolge.

Acedia: Trägheit (Faulheit, Feigheit, Ignoranz)

Trägheit ist der Drang, Arbeit zu vermeiden. Zugegeben: Wir alle sind im tiefsten Innersten faul – und werden nur allzu schnell müde, anstrengende Arbeiten mit gleichbleibender Konsequenz und Konzentration fortzuführen. Die Erfahrung zeigt: Auch wenn die Begeisterung und der Wille, einen hervorragenden Newsletter zu gestalten, am Anfang gross sind, lassen diese oft bald nach. Denn: Ja, es ist anstrengend, die Statistiken laufend zu verfolgen, allfällige Zielgruppen zu verfeinern, die Abonnenten-Datenbank zu pflegen und immer wieder aufs Neue attraktive Inhalte zu finden respektive zusammenzustellen! Es gilt: Ohne Fleiss kein Preis!
Trägheit ist übrigens auch eine „Sünde“ der Abonnenten! Denn auch sie werden träge, unsere E-Mails zu lesen (und sind zu „faul“, auf den „Abmelden“-Link zu klicken.

Daraus folgert zweierlei:

Du sollst nicht müde werden, deinen Newsletter besser zu machen als alle anderen, auch, wenn es manchmal anstrengend ist. Zweitens – Du sollst konsequent sein in der Pflege deiner Abonnentendatenbank – und diese regelmässig von inaktiven „Abonnenten“ säubern, auch wenn es schmerzt!

Wir alle sündigen täglich – denn zu sündigen ist menschlich. Massgebend ist es aber nicht, keine Sünden zu begehen, sondern sich ihrer demütig bewusst zu sein – und jeden Tag aufs Neue zu versuchen, sie nicht mehr zu begehen.

Wir ermutigen Sie deshalb, sich die Erkenntnisse aus diesem Artikel (mit einem zwinkernden Auge) zu merken und täglich zu versuchen, „sündenfrei“ zu leben. Die Absolution können wir Ihnen nicht garantieren – aber wir sind überzeugt, dass Ihre Abonnenten sich mit Treue und Interesse für Ihre Bemühungen bedanken werden!

Möchten Sie beichten, oder brauchen Sie Hilfe für den „sündenfreien Weg“? Wir helfen gern – auch dann, wenn Sie lange und oft gesündigt haben und nun auf den „richtigen Weg“ zurückfinden möchten.

>> Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!


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