Maya Reinshagen - August 2009

Profis schwören auf das professionelle, aber teure Bildbearbeitungs-Programm „Photoshop“ von Adobe. Wer sich die teure Software nicht leisten möchte, kann - meist sogar kostenlos - auf diverse nützliche Online-Tools ausweichen. Wir haben uns einmal umgesehen im Dschungel der Online-Bildbearbeitungstools.

Ein Newsletter (oder eine Website) ohne Bilder ist langweilig. Um ein Bild für den Einsatz im Newsletter verwenden zu können, muss dieses aber meist bearbeitet werden. Nun verfügt nicht jedermann über eine professionelle, aber teure Bildbearbeitungs-Software (z.B. Adobe Photoshop). Das ist mittlerweile aber auch gar nicht mehr nötig. Das Internet bietet eine Fülle praktischer Online-Tools, die Photoshop (fast) vollständig zu ersetzen vermögen. Einzige Voraussetzung: Ein Computer mit einem - einigermassen - schnellen Internet-Anschluss und das Adobe Flash-Plugin.

Bei den meisten Online-Lösungen ist eine Online-Registration notwendig. Oft ist diese aber kostenlos, wobei viele Toolseine kostenpflichtige „Pro“-Version mit zusätzlichen Funktionalitäten anbieten.

Bezüglich Funktionsumfang bieten die verschiedenen Tools alles, was das Bildbearbeiter-Herz begehrt: Vom reinen Grössenanpassungs-Tool bis hin zum vollwertigen Photoshop-Ersatz.

Picnik

Obwohl Picnik nicht „alles kann“, ist dieses Tool unser Favorit unter den hier vorgestellten Programmen.
Anders als manche Konkurrenz-Produkte erhebt Picnik nicht den Anspruch, ein „Online-Photos­hop-Ersatz“ zu sein. Picnik hat sich vom „grossen Vorbild“ gelöst und eine ganz eigene Benutzeroberfläche entwickelt. Diese ist - vor allem für Photoshop-Ungeübte - viel einfacher zu bedienen als diejenige von Photoshop.
Picnik kann Bilder direkt aus diversen Online-Quellen (z.B. Flickr, Facebook, Myspace, Twitter etc.) sowie einer beliebigen Website öffnen. Die bearbeiteten Bilder können online bei Picnik abgelegt, per Mailversandt oder direkt an eine der oben genannten Plattformen übermittelt werden.
 

picnik.png (108 KB)


Picnik verfügt über eine Fülle praktischer Funktionenvon der automatischen Bildretusche über Grössenänderung, Spezialeffekte und Filter bis hin zu Texteffekten und verschiedenen Rahmen- und Clipart-Funktionen. Wem der Gratis-Leistungs­umfang nicht genügt, der kann für 24.95 USD pro Jahr die Premium-Funktionen freischalten.

Natürlich ist Picnik weniger mächtig als Photoshop und einige seiner „Online-Kollegen“. Wer jedoch eine Lösung sucht, Bilder rasch fürdie Verwendung in Website und Newsletter zu bearbeiten, dem sei Picnik ans Herz gelegt.

Picnik gibt’s in Englisch, aber auch in Deutsch, Französisch, Italienisch und weiteren Sprachen.

FotoFlexer

FotoFlexer ist, ähnlich wie Picnik, kein „Photoshop-Klon“,sondern eine einfach zu bedienende Lösung für die schnelle Bearbeitung von Bildern. Diese können direkt vom PC oder aus Flickr, Myspace, Facebook und anderen Online-Communities geladen und mit den Bildbearbeitungsfunktionen verändert werden.

Neben den Grundfunktionen wie Ausschneiden, Skalieren, Drehen, Spiegeln, Radieren, Markieren und Verzerren ermöglicht Fotoflexer auch die Arbeit mit Ebenen und Transparenz-Funktionen. Ausserdem stehen diverse Filter (Weichzeichner, Schärfen, Bronzefilter, Negativ, Einfärben etc.) sowieText- und Form-Funktionen zur Verfügung. Jeder Bearbeitungsschritt kann mit der Undo-Funktion rückgängig gemacht werden.

Die fertig bearbeiteten Bilder können entweder lokal oder in diversen Online-Communities gespeichert werden. Auch der E-Mail-Versand ist möglich.
 

fotoflexer.png (138 KB)


FotoFlexer bietet - bei etwas weniger liebevoll gestalteter Oberfläche - einen ähnlichen grossen Funktionsumfang wie Picnik. Die Entwickler von FotoFlexer haben jedoch mehr Wertauf Verzerrungsmöglichkeiten gelegt, während Picnik mehr Fotofilter bietet.

Pixlr

Pixlr orientiert sich mit seiner Benutzeroberfläche an Photoshop. Pixlr schafft dabei, was andere nicht können: Sogar einige Tastaturbefehle von Photoshop werden befolgt! Für eingefleischte Photoshop-Fans ein echter Vorteil, weil die Tastaturbefehle eine schnellere Bearbeitung ermöglichen.  Auch genial: Pixlr greift für die Schrift-Bibliothek auf die lokal gespeicherten Fontszurück. Eigene CI-Schriften können also mit Pixlr verwendet werden. Ein Plus,vor allem dann, wenn das CI Ihres Unternehmens die Verwendung gewisser Schriftarten vorgibt!

pixlr.png (180 KB)


Pixlr ist kostenlos und setzt keine Registrierungvoraus. Nach dem Aufrufen der Seite kann man sofort loslegen. Pixlr bietet alle üblichen Funktionen, die von einem Bildbearbeitungstool erwarten werden. Dazu zählen Filter, Licht- und Farbeinstellungen, Skalieren / Drehen, Layer und Editiermöglichkeiten wie Radieren, Verwischen oder Verschmieren. Natürlich lassen sich auch ganz einfach Text und Formen einfügen.

Wie bereits erwähnt, orientiert sich Pixlr konsequent an Photoshop. Deshalb wird, wer Rahmen und Cliparts (Figuren) sucht, bei Pixlr enttäuscht. In dieser Hinsicht bieten Picnik und FotoFlexer definitiv mehr Möglichkeiten.

Pixlr ist übrigens ein echtes Sprachtalent: Das Tool ist in 13 Sprachen verfügbar, darunter natürlich auch in Deutsch.

SUMO Paint

Auch die finnischen Macher des Online-Bildbearbeitungs-Tools SUMO Paint haben sich beim Aufbau der Lösung am mächtigen Adobe Photoshop ausgerichtet.

Natürlich lassen sich mit Sumo auch Fotos bearbeiten oder für die Verwendung in Newsletter und/oder Website zuschneiden. Allerdings setzt SUMO Paint vor allem auf die umfassenden Zeichnungsfunktionen, was ein entsprechendes Video auf YouTube deutlich macht.

SumoPaint auf YouTube:

Selbstbewusst schreiben die SumoPaint-Macher: „SUMO Paint is the easiest, fastest and the most creative paint app on the internet.“. Die endgültige Beurteilung sei hier dem Leser überlassen. Sicher ist aber, dass SUMO Paint eine der besten „Photoshop-Alternativen“ ist. So kennt SUMO Paint zum Beispiel gewisse Photoshop-Tastaturbefehle, und der Zugriff auf die lokale Schriftbibliothek ist möglich.

sumo_paint.png (137 KB)


Neben den Grundfunktionen Skalieren, Drehen, Text und Formen bietet SUMO Paint zahlreiche Filter, Licht- und Farbeinstellungen sowie Editiermöglichkeiten wie Radieren, Verwischen oder Verschmieren.

Um ein Foto zu bearbeiten und dieses lokal zuspeichern, ist keine Registration nötig. Wer möchte, kann sich registrieren, eigene Bilder online speichern und in der „SUMO Paint Community“ mitmachen. So können die eigenen „Kunstwerke“ auf SUMO Paint „ausgestellt“ und sogar zur Weiterbearbeitung freigegeben werden. Umgekehrt hat jeder SUMO Paint-Use rZugriff auf eine umfassende Datenbank von Bildern anderer Benutzer (die aber meist Copyright-geschützt sind).
SUMO Paint gibt‘s in Englisch und… Finnisch. „Aloita taiteellinen ura nyt!“

Splashup

…und noch ein Photoshop-„Konkurrent“. Gemessen an Photoshop, sind die Funktionen von Splashup zwar begrenzt. Wer jedoch mit der Photoshop-Benutzeroberfläche vertraut ist, findet in Splashup eine einfache, kostengünstige und praktische Alternative.

Splashup kann Bilder von der lokalen Festplatte oder direkt aus diversen Online-Quellen (z.B. Facebook, Flickr, Picasa etc.) öffnen und wieder dort ablegen.
 

splashup.png (138 KB)


Für die Bearbeitung der Bilder stehen Auswahlwerkzeuge, Pinsel, Radiergummi und Textwerkzeug zur Verfügung. Daneben bietet Splashup eine umfassende Palette an Korrekturfunktionen. Neben bekannten Basisfunktionen wie dem Scharf- und Weichzeichnen ermöglicht Splashup das Arbeiten auf mehreren Ebenen und erlaubt die variable Deckkrafteinstellung. Schade: Splashup kann nicht auf lokal installierte Schriften zugreifen. Ein Nachteil für User, die aufgrund von CI-Vorgaben bestimmte Schrifttypen verwenden müssen.

Fertige Bilder können als JPG, FXO oder PNG gespeichert werden. Nett: Über einen Schieberegler kann die Qualität eingestellt werden; dabei ist ersichtlich, wie „schwer“ (KB) das Bild wird.

Um Splashup zu nutzen, ist eine Registration möglich, jedoch nicht zwingend notwendig. Wer sich kostenlos mit seiner Mail-Adresse registriert, kann Bilder auch in Splashup speichern und in Ordnern sortieren.

Splashup ist nur in Englisch verfügbar.

Aviary

Aviary besteht, anders als die anderen hier vorgestellten Tools, aus mehreren Einzelwerkzeugen: Mit „Falcon“ lassen sich Bilder beschriften und mit allerlei Markierungen und Texten versehen. "Phoenix" ist ein Photoshop-ähnlicher Fotoeditor, in welchem sich mit Ebenen und Effekten arbeiten lässt. "Raven" hilft beim Design von Vektorgrafik."Toucan" verwaltet Farben. "Peacock" generiert Bildmuster. Die Firefox-Extension “Talon” schliesslich schiesst Screenshots und ermöglicht es, diese direkt zu speichern oder für die Weiterbearbeitung in den eigenen Aviary-Account zu laden.

Die mit Aviary bearbeiteten Bilder können online oder lokal gespeichert werden. (Kleiner) Nachteil: Alles, was man beim Speichern nicht ausdrücklich auf den eigenen Rechner, sondern im kostenlosen Webspace des Unternehmens ablädt, kann von allen anderen Benutzern eingesehen werden.

aviary.png (97 KB)


Die Bilder können in den Formaten JPG, Gif, Tiff und PNG lokal gesichert werden; ein echtes Plus, da die meisten anderen Tools nur die Speicherung von JPG und teilweise PNG ermöglichen. Vektorgrafiken lassen sich als Bitmap oder als SVG-Datei exportieren.

Wer sich mit Aviary wohl fühlt, dem sei die „Pro“-Mitgliedschaft für 24.99 US-Dollar empfohlen. Damit ist sogar die lokale Speicherung aller Daten inklusive Ebenen möglich, und man erhält Zugriff auf „privaten“ Speicherplatz, Wasserzeichen-Funktion und einiges mehr.

Adobe Photoshop Express

Und natürlich mischt auch Adobe mit im Online-Bildbearbeitungs-Markt. Photoshop Express bietet jedoch längst nicht den Funktionsumfang des „grossen Bruders“, sondern nur die wichtigsten Grundfunktionen.

Um den ausschliesslich in Englisch verfügbaren Photoshop Express zu nutzen, ist eine Registration notwendig. Ist dies erledigt, kann es losgehen mit der Bildbearbeitung: So können Helligkeit, Kontrast und Weissabgleich angepasst, Objekte zugeschnitten oder roten Augen entfernt werden. Auch das Rückgängigmachen der bereits ausgeführten Schritte ist möglich.

Auch wenn es der Name vermuten lässt: Die Benutzeroberfläche von Photoshop Express hat mit jener des Originals rein gar nichts gemein. Der Einstieg in die Bedienung von Photoshop Express fällt schwerer als bei anderen Tools. Auch arbeitet die Lösung langsamer als die der Konkurrenz.

Photoshop Express hilft auch beim Organisieren der Bilder und funktioniert als Online-Gallery. Sind die Bilder einmal hochgeladen,besteht die Möglichkeit, diese in Alben abzulegen, die mit einem Klick auch veröffentlicht werden können. Zum Funktionsumfang von Photoshop Express gehören 2 MB kostenloser Speicherplatz.

Unser ernüchterndes Fazit: Photoshop Express ist seines Namens nicht wirklich würdig. Erwähnt sei das Tool hier der Vollständigkeit halber trotzdem.

Vector Magic

Vector Magic ist kein klassisches Bildbearbeitungs-Tool, sondern hat einen ganz bestimmen Zweck. Mit Vector Magic können nämlich sowohl Grafiken wie auch normale Fotos in verlustfrei skalierbare Vektorgrafiken umgewandelt werden.

Das Programm führt den Anwender schrittweise durch den Wandlungsprozess. Beispielsweise bekommt man eine Zwischenstufe zu sehen, in der die Pixelvorlage bereits auf zusammenhängende Flächen in ausgesuchten Farben reduziert, aber noch nicht durch mathematische Kurven beschrieben ist. Dort kann man die Segmentierung wie in einem Malprogramm mit Stift und Fülleimer korrigieren. Ein "Zap"-Werkzeug spaltet eine Farbfläche und verschmilzt die zwei neuen Bereiche mit den jeweiligen Nachbarn, um unvorteilhafte Vektorführungen auszumerzen.
 

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Kleiner Wermutstropfen: Wer Vector Magic regelmässig nutzen möchte, kommt nicht darum herum, eine Lizenz zu lösen. Diese kostet 7.95 US-Dollar pro Monat.

Resizr

Resizr kann nicht besonders viel, das dafür aber perfekt: Mit Resizr lassen sich Bilder online verkleinern - und Schluss. Resizr gibt’s auch als Firefox-Erweiterung. Praktisch!

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Project Draw

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Project Draw ist ein Online-Tool für die Erstellung und Bearbeitung von (technischen) Skizzen und Diagrammen. Entwickelt wurde dieser Online-Generator für Grafiken von den Machern der AutoCAD-Software. Project Draw ist eher technisch orientiert und nicht für die Bearbeitung von Fotos geeignet. Wer aber rasch ein Organigramm oder ein Flussdiagramm erstellen möchte, ist mit Project Draw gut bedient!

Übung macht den Meister

Wie bei so vielem gilt auch beim Bearbeiten und Optimieren von Bildern für den Gebrauch in E-Mails: Die Erfahrung macht’s.

Mit den oben beschriebenen Tools und etwas Übung macht die Gestaltung des eigenen Newsletters Spass - und gelingt bestimmt.

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